Ein Kommentar zur aktuellen Situation aus dem Blog Klosterneuburger Marginalien

Wer denkt, dass ein Priester im Bistum Trier oder sonstwo nach 10 Jahren seine Pfarrstelle wechseln soll oder muss, der irrt sich. Das Kirchenrecht gibt dazu keine Fristen an, wie lange ein Pfarrer in einer Pfarrei aktiv sein darf. Nur der Ruhestand muss mit 75 Jahren angetreten werden. Natürlich gibt es Priester, die von sich aus nur 10 Jahre in einer Pfarrei sein wollen und danach lieber was neues anfangen wollen. Auch Neupriester erhalten zu Beginn nur für kürzere Zeit Pfarrstellen, damit sie durch mehrere Pfarreien Erfahrung sammeln können. Wenn ein Priester allerdings sagt, dass er lieber 20 oder 30 Jahre in einer Pfarrei sein will, ist es seine Entscheidung. Zudem sind häufige wechselnde Priester in einer Pfarrei nicht grade etwas, was der Seelsorge nützt.
Das für mich interessante im Fall des Pfarrer Eckerts ist die doch plötzliche und spontane Gesinnungsgswandlung des Bischofs.
Pfarrer Eckert ist seit Anfang 2003 Pfarrer des Ortes Beckingen, wenn der Bischof also einen Wechsel nach 10 Jahren wünscht hätte er doch wohl Ende 2012 Den Pfarrer und die Pfarrei informiert, dass im nächsten Jahr ein Wechsel anstehen soll und gegeben falls erfragt, ob dies von der Gemeinde erwünscht ist. Allerdings ist im Jahre 2013 etwas anderes geschehen. Pfarrer Eckert wurde zum Seelsorger in 2 Nachbarpfarreien der Pfarrei Beckingen ernannt, die zur neu geschaffenen Pfarrgemeinschaft Beckingen gehören. Amtseinführung in den neuen Pfarreien war im Dezember 2013. Die vierte und letzte Pfarrei sollte im Sommer 2014 folgen, allerdings wurde dies auf Anweisung des Bistums ausgesetzt und ein Pfarrverwalter ernannt. Nur im Ort Beckingen ist so der Pfarrer über 10 Jahre aktiv. Um es mal kurz zusammenzufassen: Eben vertraut der Bischof einem Pfarrer 2 Pfarreien an und die dritte sollte in wenigen Monaten dazukommen und eine halbes Jahr später soll der Pfarrer freiwillig die Pfarrei verlassen und sich auf einmal aus dem Staub machen.
Für meinen Geschmack ist das ein etwas autoritärer Führungsstil für einen Bischof, der doch so sehr die Wir-haben-uns-alle-lieb-Linie vertritt. Vor allem wundert es mich, dass der Bischof das alles so still und leise abwickeln will, ohne die Meinung der ortsansässigen Katholiken einzuholen, weil diese sind ja am meisten betroffen, wenn auf einmal der Pfarrer nicht mehr da ist.

SERVITE DOMINO IN LAETITIA

Dient dem Herrn mit Freude